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| Sonntag, 24. Mai 2009 um 10:00 |
Nachruf für Paul ParinZwischen EROS und Thanatos. Die Verbindung von Politik und Psychoanalyse! Seit Paul Parin am 18. Mai gestorben ist, sind viele Nachrufe geschrieben worden, und die meisten LeserInnen werden die offiziellen Daten seines Lebenslaufes kennen. Aus einigen von diesen möchte ich etwas zitieren, weil die kollektive Resonanz auf den Tod von Paul Parin die beste Art ist, ihm, Goldy und Fritz Morgenthaler in ihrem Schaffen gerecht zu werden, nebst meinen persönlichen Notizen und Erinnerungen. Viele Freundinnen, GenossInnen und Compañeras/os aus aller Welt werden in diesen Chor einstimmen, hoffentlich nicht nur aus Nostalgie, sondern auch mit der Entschiedenheit, unsere Arbeit und unser Wissen weiterhin mit politischer Arbeit zu verbinden. Dies könnte, am Tag Deiner Beerdigung, Paul, nicht nur Anlass zur Trauer sein, sondern auch zur Festigung des Netzwerkes beitragen, das sich um Dich, um Goldy und Fritz herum gebildet hat.
Selbst die NZZ erwähnt im oben angeführten Text, dass der Einsatz in Jugoslawien während des zweiten Weltkrieges im Rahmen der CSS (heute ‘medico international Schweiz’) erfolgte!
Bis zum Schluss waren diese Koch- und Schlemmerabende sehr genüsslich, auch wenn es mich sehr schmerzte, Paul bei jedem meiner Besuche aus Zentralamerika körperlich schwächer zu erleben, und seine Trauer und Wut der Blindheit gegenüber teilte. Es gab aber selbst beim letzten Besuch noch Momente, wo die Zärtlichkeit, die Anteilnahme, der gute Wein und die Freude über das Zusammensein die bewusst erlebte Nähe des Abschiedes überwiegen konnten. Er teilte die Begeisterung über den Sieg der FMLN in El Salvador, die ich ihm im März noch in aller Frische und Lebendigkeit übermitteln konnte, mit einem frohen Lachen, auch wenn sich sofort in der Diskussion unsere gemeinsame Sorge um die Reaktion der Rechten nach ihrer Niederlage einstellte. Das Bewusstsein um den bitteren Kampf, der sowohl auf der politischen Ebene immer neu geführt werden muss gegen den Feind von aussen, und auch denjenigen von innen (Depression, Resignation, Anpassung an den Status Quo), haben wir 30 Jahre früher noch mit Goldy zusammen geteilt, als ich nach der sandinistischen Revolution mit meinem Projekt in ‘salud mental’ nach Nicaragua reiste. Wie tröstlich, jene Plastikfahne der FSLN auf der Foto zu sehen, die ich ihnen damals, zusammen mit meinen Erlebnissen und Erzählungen, gebracht habe, und die noch nicht verblichen ist! Ich habe ihn anfangs April dieses Jahres zum letzten Mal besucht, zusammen mit Maja Hess, wie öfters während der letzten Jahre! Ich wusste und spürte, dass dies ein endgültiger Abschied war, und dass wir unsere Erzählungen, freundschaftlichen Treffen und Diskussionen nicht mehr am Utoquai, zusammen mit Paul, weiterführen können. Ein Stück Heimat ist für mich verlorengegangen, und ich traure als Emigrantin in spezieller Weise um diesen Verlust. Die ‘Brüder- und Schwestergemeinde’ wird bestehen bleiben, sicher doch im Herzen, und hoffentlich auch in der Vernetzung, die wir am Utoquai immer wieder gefeiert haben. Unser urbaner ´Tribu´ ist in die Geschichte von Politik und Psychoanalyse eingegangen, und ‘medico international Schweiz’ wird immer eine Art symbolische Geburtsstätte dafür sein, mit ‘Fuchs und Katz’, - mit Paul und Goldy -, als Stammeseltern. |

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