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Jan Morgenthaler
12 März 2010 11:45 | Zürich
Meine Lieben!
Der gute Geist vom Utoquai, Ruth Bitterlin, ist heute mittag friedlich eingeschlafen und gestorben. Müde und schwach geworden, wünschte sie sich schon seit längerer Zeit, bald nach Astapowo verreisen zu können.
Nun ist sie doch schneller gegangen als gedacht.
Sobald wir etwas übers Begräbnis erfahren, lasse ich es Euch wissen.
Mit traurigen Grüssen * Jan
Der gute Geist vom Utoquai, Ruth Bitterlin, ist heute mittag friedlich eingeschlafen und gestorben. Müde und schwach geworden, wünschte sie sich schon seit längerer Zeit, bald nach Astapowo verreisen zu können.
Nun ist sie doch schneller gegangen als gedacht.
Sobald wir etwas übers Begräbnis erfahren, lasse ich es Euch wissen.
Mit traurigen Grüssen * Jan
TheDiplomat
29 März 2009 22:25 | Spain
Wien, Berggasse 19
Wie eine Institution ruiniert wird
Die Direktorin Scholz-Strasser zerstört durch Inkompetenz und Machtgeilheit einen kulturellen Topos.
Das Sigmund-Freud-Museum in Wien befindet sich an einer der berühmtesten Adressen der Welt. Jedes Jahr besuchen an die 70.000 Menschen das Haus Berggasse 19, Freuds Wohn- und Arbeitsadresse während 47 Jahren seines Lebens (von 1891 bis 1938). Während das Freud-Museum in London vor allem für die am Werk und Leben Freuds sowie an der Psychoanalyse als Gründungswissenschaft aller neuerer psychodynamischer Therapiemethoden Interessierte einen Anziehungspunkt bildet, ist die Berggasse 19 darüber hinaus ein sowohl für die kulturhistorische Identität der Stadt Wien zentraler Ort als auch ein Kristallisationsort der intellektuellen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In der Berggasse 19 geht es also um noch mehr als die Gedenkstätte für das berufliche, wissenschaftliche und private Leben Sigmund Freuds.
Seit 1970 betrieb die Sigmund-Freud-Gesellschaft (SFG) in den Räumen von Freuds Praxis und später auch in der anliegenden Privatwohnung ein kleines Museum, das den Mangel an originalen Ausstellungsstücken (die mit Sigmund Freud und seiner Familie nach London emigriert waren) durch den Charme der Adresse, eine die Lücken nicht verdeckende, fotografische Rekonstruktion der originalen Einrichtung und einen regen Vereinsbetrieb mit Vorträgen, Seminaren und öffentlichen Vorlesungen unterhielt. Ein Höhepunkt im intellektuellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt war etwa die jährlich zum Geburtstag Freuds am 6. Mai stattfindende Sigmund-Freud-Vorlesung im Festsaal der Universität Wien.
Die SFG sah und sieht ihre Aufgabe in der Vermittlung der psychoanalytischen Ideen und des Werkes S. Freuds an die österreichische und internationale Öffentlichkeit. Sie gab das Bulletin des Sigmund-Freud-Museums heraus und betrieb die ansehnliche psychoanalytische Bibliothek in der Berggasse. Die SFG, auf Initiative des Psychoanalytikers Friedrich Hacker 1969 gegründet und lange Jahre vom Psychoanalytiker Harald Leupold-Löwenthal präsidiert, ist ein gemeinnütziger Verein. Sie bestellte eine Generalsekretärin, Frau Mag. Inge Scholz-Strasser, um die laufenden Geschäfte zu führen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand des Vereins und der Generalsekretärin entwickelte sich zusehends ungünstig. Informationen wurden dem Vorstand vorenthalten, Entscheidungen am Vorstand vorbei getroffen, die Generalsekretärin fand sich immer häufiger mit massiven Vorwürfen wegen ihres indiskutablen Verhaltens den MitarbeiterInnen im Museum gegenüber konfrontiert. Zahlreiche Fälle von Bossing und Mobbing sind dokumentiert, die Mitarbeiterfluktuation war exorbitant.
Für die Generalversammlung 2002 war daher die Abberufung der Generalsekretärin vorgesehen, der diese allerdings durch die Machtübernahme im Verein zuvorkam. Der neue Vereinsvorstand (unter dem Vorsitzenden Dr. Dieter Bogner, einem Kunsthistoriker) förderte die Gründung einer Privatstiftung, in die schließlich bei ihrer Gründung 2003 das gesamte Vermögen der SFG eingebracht wurde: Bibliothek, Museum, Archiv. Die Stadt Wien brachte 2006 in die nun bestehende Sigmund-Freud-Privatstiftung (SFP) das Haus Berggasse 19 ein, das also nun im Besitz der Stiftung ist. Die SFP (ein kleiner Betrieb mit etwas über 10 Angestellten) wird von einem dreiköpfigen Vorstand unter dem Vorsitz der Vorstandsvorsitzenden Inge Scholz-Strasser geführt, der Stellvertreter der Vorstandsvorsitzenden ist Dr. Rudolf Dirisamer, drittes Mitglied des Vorstands der SFP ist Dr. Herbert Allram. Dr. Dirisamer war bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung bei der Bank Austria angestellt, der Betriebswirt Dr. Allram leitet die Revisionsabteilung der Wiener Städtischen Versicherung.
Die Ausgaben für die Geschäftsführung sind im Verhältnis zur Entlohnung der MitarbeiterInnen unverhältnismäßig hoch, die Vorstandsvorsitzende entlohnt sich mit einem mehr als fürstlichen Salär. Die Geschäfte werden vom Aufsichtsrat kontrolliert. Der Aufsichtsrat setzt sich aus drei Vertretern der SFG, die die Stifterin repräsentieren, drei Vertretern des Vereins der Freunde des Freud-Museums, Persönlichkeiten aus dem Wirtschafts- und Kulturleben sowie zwei Vertretern des Betriebsrates zusammen. Der Aufsichtsratsvorsitz liegt derzeit mit Herrn Dr. Franz Kosyna bei einem Vertreter des Hauptsponsors der SFP, einer großen Versicherungsanstalt.
Weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand finden sich einschlägig wissenschaftlich oder psychoanalytisch erfahrene und ausgewiesene Personen. Für die SFG sitzen Dr. Eva Höhle, Dr. Dieter Bogner und Dr. Franz Kosyna, für den Verein der Freunde Dr. René Alfons Haiden, Dr. Emil Mezgolits und Dr. Jurkowitsch im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat versteht seine Aufgabe gesetzeskonform lediglich als Kontrolle der ordnungsgemäßen Geschäftsgebarung des Vorstandes. Er übernimmt keine Organ-verantwortung für innerbetriebliche oder inhaltliche Probleme und Fragestellungen. Derer gibt es allerdings leider viele. Das Haus an der berühmtesten Adresse Wiens ist in einem in jeder Wortbedeutung sehr schlechten Zustand.
Der bauliche Zustand des Hauses ist deplorabel, es muss eine Generalsanierung in Angriff genommen werden. Dafür gibt es in der SFP keine Mittel, die Sanierungskosten müssen also über Subventionen und/oder Sponsoren aufgebracht werden. Derzeit erstellt ein Architekt detaillierte Pläne für eine solche Sanierung, der in einem direkten Naheverhältnis zu mehreren Aufsichtsratsmitgliedern steht, wohl im guten Glauben, dann auch den Zuschlag für den Auftrag zu bekommen.
Das inhaltliche Konzept für die Raumnutzung fehlt. Es gibt keine wie auch immer gearteten Konzepte für die inhaltlichen, wissenschaftlichen wie museologischen Aufgaben des Hauses Berggasse 19 in Zukunft. Der SFP stehen inzwischen im Haus ein weiteres Stockwerk sowie der Dachboden zur Verfügung, die derzeit leer stehen und für die es keine plausiblen Nutzungsvorstellungen gibt.
Der wissenschaftliche Betrieb der SFP ist zusammengebrochen; am 8. 9. 2008 ist die wissenschaftliche Leiterin der SFP, Frau Dr. Lydia Marinelli, freiwillig aus dem Leben geschieden. Ihr Tod hat alle Menschen, die sie kannten, sehr erschüttert und eine unschließbare Lücke hinterlassen. Leider muss ihr Freitod in einem zumindest indirekten Zusammenhang auch mit der langjährigen Mobbing-Situation gesehen werden, der sie von Seiten der Vorstandsvorsitzenden ausgesetzt war. Dokumente, die diesen schweren Vorwurf untermauern, liegen ebenso vor wie zu der großen Anerkennung, die Frau Dr. Marinelli in internationalen Fachkreisen genoss. Es besteht eine chronische und äußerst bedauerliche Führungsinkompetenz in der SFP.
Die Vorwürfe gegen die ehemalige Generalsekretärin der SFG und nunmehrige Vorstandsvorsitzende der SFP, Frau Scholz-Strasser, sind im Laufe der Zeit nicht weniger geworden, im Gegenteil. Ihre fehlende wissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Kompetenz wird durch ihre Inkompetenz als Geschäftsführerin unglücklich ergänzt. Die MitarbeiterInnen des Hauses berichten einmütig über ein entsetzliches Betriebsklima und die nicht enden wollenden Bedrohungen und Einschüchterungen seitens der Vorstandsvorsitzenden. Die MitarbeiterInnen versehen ihre Arbeit nur noch formal und ohne jedes inhaltliche Engagement. Das Haus leidet nach dem Tod von Frau Dr. Marinelli außerdem unter dem inhaltlichen und menschlichen Vakuum. Die Ausgaben für Rechtsberatung, die sich vor allem gegen MitarbeiterInnen richtet, sind exorbitant und belasten das Budget der SFP erheblich.
Aus all dem geht hervor, dass die Adresse Berggasse 19 in Wien seit Jahren zusehends eine krisenhafte Entwicklung durchgemacht hat; die anfängliche Hoffnung, dass die Gründung der SFP eine kontinuierliche und von Einzelinteressen befreite Arbeit an den Zielen der Stiftung ermöglicht, hat sich bald als falsch herausgestellt. Dies ist den beteiligten Personen in der SFP, aber auch der Organisationsstruktur als Privatstiftung anzulasten. Die Möglichkeit, Privatstiftungen einzurichten, ist vom Gesetzgeber geschaffen worden, um sehr vermögenden Einzelpersonen eine rechtlich gut abgesicherte Form zu bieten, sich von ihrem Vermögen kostengünstig zu trennen und ihr Geld zielgerichtet einem bestimmten Stiftungszweck zu widmen.
Eine Privatstiftung ohne ausreichendes Stiftungsvermögen ist jedoch für den Betrieb einer wissenschaftlichen und musealen Institution denkbar ungeeignet. Die Gründung der SFP entspringt sehr deutlich dem Wunsch, sich jeglicher Kontrolle zu entziehen. So ist jede wissenschaftliche, vor allem auch jede psychoanalytische Kompetenz aus den Entscheidungsgremien der SFP entfernt worden. Der wissenschaftliche Beirat ist Staffage und wurde seit Längerem nicht einberufen. Zwischen den Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat besteht ein Naheverhältnis, welches verhindert, dass den Aufsichtspflichten nachgekommen wird. Die Stiftungs-Statuten sind so abgefasst, dass sie weniger dem Stiftungszweck, als vielmehr dem Machterhalt des hochdotierten und zur Führung eines Kultur- und Wissenschaftsbetriebes unqualifizierten Vorstands dienen.
Bevor eine substantielle Sanierung und der Umbau des Hauses Berggasse 19 in Angriff genommen werden können, müssen daher folgende Punkte abgearbeitet sein:
* Abberufung des derzeitigen Vorstandes wegen mangelnder Kompetenz und chronischem Fehlverhalten in Führungsaufgaben;
* Rücknahme der Konstruktion der Privatstiftung und Wiedereinrichtung der ursprünglichen Vereinsstruktur als SFG;
* Öffentliche Kontrolle der betrieblichen Vorgänge und Planungen, die schließlich zu großen Teilen von den öffentlichen Händen bestritten werden;
* Planung der Neukonzeption des Hauses unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher, museologischer und architektonischer Kompetenzen.
Der letzte Coup der ehemaligen Lehrerin Scholz-Strasser ist die beabsichtigte Kündigung des von BenutzerInnen der Bibliothek wegen seiner Kompetenz und Hilfsbereitschaft hochgeschätzten Bibliothekars Mag. Christian Huber und die von ihr verordnete Schließung der gänzlich aus Steuergeldern finanzierten Bibliothek bis Ende Mai. Die auf einer Schenkung von Anna Freud aufgebaute und mit öffentlichen Mitteln erweiterte Bibliothek wird durch einen reinen Willkürakt für längere Zeit der wissenschaftlichen Nutzung vorenthalten.
Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten und die oben genannten Forderungen durchzusetzen, braucht es Unterstützung aus dem In- und Ausland. Es soll eine breite Öffentlichkeit hergestellt und politischer Druck ausgeübt werden. Es wird im Internet eine Dokumentations-, Informa-tions-, Diskussions- und Aktionsplattform eingerichtet werden, welche die verschiedenen Aktivitäten koordinieren hilft, um die chronique scandaleuse von Inge Scholz-Strasser in der Berggasse 19 so rasch als möglich zu beenden.
Vorläufige Kontaktadresse:
office@paul-parin.info
Kurze Chronik
SFG = Sigmund Freud Gesellschaft (Verein, gegründet 1968)
SFP = Sigmund Freud Privatstiftung (gegründet 2003)
19. Juni 2002: SFG-Präsident Johann August Schülein informiert den SFG-Vorstand brieflich über Gespräche, die er mit zahlreichen MitarbeiterInnen der SFG geführt hat. Durchwegs wurde ihm dabei mitgeteilt, dass Frau Mag. Scholz-Strasser einen „autoritären, irrationalen und Mitarbeiter entwertenden Führungsstil praktiziert, der ein Klima von Angst und Schrecken erzeugt und Mitarbeiter demotiviert“. Schülein führt darüber Gespräche mit Mag. Scholz-Strasser, was an den Missständen aber nichts ändert. Deswegen wendet er sich an den Vorstand. Er will den „inakzeptablen Status Quo überwinden“ und fordert vom Vorstand, dass er „seine Verantwortung wahrnimmt.“ Schülein kündigt auch Reformmaßnahmen in der SFG an.
22. Juni 2002: Scholz-Strasser reagiert mit einem Schreiben an Schülein, das die Drohung enthält, sie werde ihren „persönlichen Anwalt beiziehen und ihn um die Einleitung geeigneter Schritte“ ersuchen.
Große Teile des Vorstands, die mit Scholz-Strasser parteipolitisch oder persönlich verbunden sind, verweigern Schülein die Gefolgschaft bei seinen Reformmaßnahmen. (Übrigens ist Dr. Kosyna, derzeit SFP-Aufsichtsratsvorsitzender, seit 2001 in den Vorstand der SFG kooptiert.)
31. März 2003: SFG-Generalversammlung: Schülein tritt nicht nochmals zur Wahl an. Ein neuer Vorstand wird gewählt (Bogner, Dirisamer, Ebenbauer, Hartmann, Höhle, Klinger, Kosyna, Marinelli, Musner, Petritsch, Scholz-Strasser, Springer-Kremser, Swoboda, Volkan, Zuckermann, Kos). Der Plan zur Gründung einer Stiftung wird erörtert – dies würde, so argumentiert man seitens des neuen Vorstands – eine solide wirtschaftliche Basis für das Museum gewährleisten.
19. Mai 2003: Generalversammlung der SFG: Ergänzung der Statuten. Vereinszweck wird erweitert um „Errichtung von anderen gemeinnützigen Rechtsträgern und Zuwendungen an diese“ Damit ist die zu gründende Stiftung gemeint.
26. Juni 2003: Notariatakt: Stiftungserklärung bestätigt. Stiftungserklärung durch das derzeitige SFP-Aufsichtsratsmitglied Dr. Bogner unterschrieben.
10.Oktober 2003: Eintragung der Stiftung ins Firmenbuch
Mit der Stiftungsgründung bringt die Sigmund Freud Gesellschaft ihr Vermögen (Bibliothek,…) in Höhe von ca. 350.000 Euro in die Stiftung ein.
Das Vorstandsmitglied des Stifters (=der SFG) Scholz-Strasser wird als einzelvertretungsbefugte geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung. SFG-Vorstandsmitglied Rudolf Dirisamer wird ebenso als zum Vorstandsmitglied der SFP. SFG-Präsident Bogner wird Aufsichtsratsmitglied der SFP.
Die Gründungsstatuten der SFP sehen für Aufsichtsrat und Vorstand eine erste Funktionsperiode mit zehn Jahren vor. Die Statuten legen in den Paragraphen 11.1 und 11.2 der Stiftungserklärung fest, dass die Entlohnung der Vorstandsmitglieder vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestimmt wird. Dazu wird es ein Arbeiterkammer-Gutachten (11.2. 2008) geben, wonach diese Paragraphen möglicherweise ungültig sind.
Ohne gesicherte Finanzierung werden vom Aufsichsratsvorsitzenden Mezgolits Vorstandsverträge in einer für gemeinnützige Wissenschaftsstiftungen unüblichen Höhe abgeschlossen.
Der Vorstand der SFP wird mit Personen besetzt, die fachfremd sind. Sie sind nicht in der Lage, den Stiftungszweck kraft eigener Kompetenz zu befördern. Auch die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrates lässt keine psychoanalytische Kompetenz erkennen. Es gibt ein persönliches Naheverhältnis zwischen Mitgliedern des Aufsichtsratss und des Vorstands, das die Kontrollfunktion des Aufsichtsrates behindert.
2004 Prozess der SFP wegen Verwendung des Namens Sigmund Freud gegen die Sigmund Freud Privatuniversität. SFP klagt als „Inhaberin der Markenrechte an dem Zeichen ‚Sigmund Freud’“ und fordert die Sigmund Freud Privatuniversität auf, die Verwendung des Namens „Freud“ zu unterlassen.
2004: Das Kontrollamt der Stadt Wien prüft die Jahre 1996-2002 und stellt u.a. fest, dass die Ausgaben der SFG für die Geschäftsführung von 96 auf 97 unverhältnismäßig gestiegen sind. „Was jedoch die in der Förderungsvereinbarung festgelegte Zuordnung des Personalaufwandes der wissenschaftlichen Geschäftsführung, einer Sekretariatskraft und einer Halbtagskraft für kaufmännische Tätigkeiten betraf, stellte das Kontrollamt fest, dass der Gehaltsaufwand in der Teilposition "wissenschaftliche Geschäftsführung" von 1996 auf 1997 um 33,3 % stieg. Grund für diese über die Durchschnittssätze hinausgehende Steigerung war, dass die Geschäftsführerin [=Scholz-Strasser] im Jahr 1997 zusätzliche Aufgaben im Rahmen des Vereines "Sigmund Freud-Gesellschaft" und weiters auch Aufgaben im "Verein der Freunde des Sigmund Freud Museums Wien" übernahm.“
2006 Gründung und Wahl des Betriebsrats (100% Wahlbeteiligung, 100% Stimmen der MitarbeiterInnen der SFP)
2006: Erhebung der Mitarbeiterzufriedenheit mit dem klaren Ergebnis, dass die größte Unzufriedenheit der MitarbeiterInnen den Vorstand betrifft. Der Vorstand ergreift keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.
2006: Die Idee eines gemeinsamen Hauses der Psychoanalyse in Berggasse 19 wird von WPV und WAP an die SFP herangetragen, aber von der SFP abgelehnt.
18. September 2007:
Mag. Inge Scholz-Strasser teilt der Beiratsvorsitzenden Dr. Lydia Marinelli am 18. September 2007 brieflich mit, dass sie vom Vorstand aus dem Beirat abberufen wird (gemäß § 13.6). Gegenüber dem Beiratsmitglied Prof. Forrester hat Mag. Inge Scholz-Strasser am 30. Oktober 2007 diesen Schritt des Vorstands so begründet: „Her recall from the advisory board of the Sigmund Freud Foundation does not in any way represent a diminution of her position and standing inside the institution or toward our partners. We have decided to recall her in order to establish an independent advisory board for the Foundation, which is able to advise the board of directors without the interference of the employee status. Furthermore, we want to give her an opportunity to concentrate on her scientific research and free her from administrative burdens. We plan to intensify our cooperation with the advisory board in the upcoming months. In the future Ms. Gawron will organise its communication and meetings as well as the election of the board's new chairperson.”
Zu dieser Begründung ist Folgendes zu bemerken:
a) Die Begründung ist vorgeschoben, denn warum ist Marinelli – wenn es um Funktionstrennung geht – zuallererst überhaupt in den Beirat entsendet worden.
b) Die von Mag. Inge Scholz-Strasser in ihrem Brief an Prof. Forrester angekündigte Intensivierung der “cooperation with the advisory board in the upcoming months” ist nicht erfolgt, im Gegenteil, es wurde seither keine einzige Beiratssitzung einberufen.
c) Dr. Marinelli richtet am 19. September 2007 an den Vorstand der SFP ein Mail, in dem sie einen Zusammenhang zwischen ihrer Abberufung aus dem Beirat und ihrer Kandidatur für den Betriebsrat festgestellt hat. Aus Marinellis Sicht diente diese Entscheidung dazu, sie als wissenschaftliche Leiterin der SFP aus wichtigen Entscheidungsprozessen auszugrenzen, ihren Status im Museum zu schädigen und sie persönlich zu kränken. Da sie durch ihre Wahl zur Betriebsratsvorsitzenden Kündigungsschutz genießt (ihre Kündigung war seitens des Vorstands geplant worden), soll sie zumindest den Beiratsvorsitz verlieren.
11. Februar 2008: Arbeiterkammer-Gutachten zu jenen Paragraphen in den Statuten, die die Entlohnung der Vorstandsmitglieder regeln (Gehalt wird zwischen Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsratspräsidenten ohne Information des gesamten Aufsichtsrates ausgemacht). Das Gutachten zeigt, dass diese Paragraphen rechtlich bedenklich sind (siehe oben). Der Betriebsrat berichtet darüber im Aufsichtsrat.
Februar 2008: Dr. Lydia Marinelli muss feststellen, dass Scholz-Strasser in ihrem Aufsatz „Das Sigmund Freud Museum: mehr als nur eine historische Gedenkstätte“ von Frau Mag. Scholz Strasser (erschienen in L. Fischer / R. Köpl: Sigmund Freud. Wiener Schauplätze der Psychoanalyse, Böhlau 2005) Passagen aus Texten Lydia Marinellis wörtlich kopiert hat, ohne dies zu belegen. Marinelli fordert, dass darauf in einer Zweitauflage hingewiesen werden soll und dass das Museum zu einer „good practice“ zurückkehren soll. Scholz-Strasser lässt daraufhin von einem Rechtsanwalt ein Gutachten anfertigen, das keinerlei Urheberrechtsverletzung erkennen kann (bei en Texten Marinellis handle es sich um im Auftrag des Dienstegebers erstelltes Pflichtwerk). Statt Rückkehr zu einer Parxis, die einer wissenschaftlichen Institution würdig ist, wird öffentliches Geld für ein Gutachten ausgegeben.
8. September 2008:
Dr. Marinelli scheidet an einem Montagmorgen freiwillig aus dem Leben.
In den darauf folgenden Tagen wird ihr PC und ins Büro Scholz-Strasser verbracht. Einsicht in Dateien und Mails, die wissenschaftliche (urheberrechtlich relevante) und private Korrespondenz enthalten, wird dem Lebensgefährten der Verstorbenen, der gleichzeitig auch Vertreter der Erben ist, erschwert bzw. überhaupt verweigert. Diese Angelegenheit zieht sich nun schon seit Monaten hin und ist noch immer nicht abgeschlossen.
Ende Oktober 2008:
Neun ehemalige MitarbeiterInnen, die in den letzten zehn Jahren in Berggasse 19 gearbeitet haben, verfassen – erschüttert durch den Suizid ihrer ehemaligen Kollegin – Briefe an den SFP-Aufsichtsrat und beschreiben darin das schlechte Betriebsklima und den autoritären Führungsstil von Scholz-Strasser. Der SFP-Aufsichtsratspräsident Dr. Kosyna antwortet brieflich allen neun MitarbeiterInnen, die an ihn geschrieben haben, im Namen des Aufsichtsrates: Auf die Aussagen zum Führungsstil von Scholz-Strasser und zum schlechten Betriebsklima wird dabei mit keinem Wort eingegangen.
30. Dezember 2008:
Einem ehemaligen Mitarbeiter (Thomas Hübel), der dem Aufsichtsrat im Oktober aus seiner Sicht detailliert über Misstände im Museum berichtet und auch beschrieben hat, wie seit 2005 die Situation am Arbeitsplatz für Marinelli zu einem „Hauptbelastungsfaktor“ in ihrem Leben geworden und wie sie immer stärker darunter litt, wird seitens des Rechtssanwalts von Scholz-Strasser brieflich mit einer Klage wegen Kreditschädigung und übler Nachrede gedroht.
18. Februar 2009:
Ein sehr kritischer Artikel zur SFP erscheint in der Wiener Stadtzeitschrift „Falter“. Seitens der kritisierten Personen gibt es keine Reaktion. Man ist offenbar gewillt, die Sache „auszusitzen“.
März 2009:
Scholz-Strasser teilt dem Betriebsrat ihre Absicht mit, den langjährigen Bibliothekar Christian Huber zu kündigen.
März 2009:
Repräsentanten von WPV, Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse und Uniklinik für Tiefenpsycholgie senden Briefe an die politisch Verantwortlichen, worin sie die Missstände in der SFP kritisieren und um einen Gesprächstermin.
Licia Filingeri
03 März 2009 19:26 | Genova-Italy
Avec très grande gratitude pour avoir mis en ligne tellement d'importants écrits par Vous, Votre Femme et Fritz Morgenthaler, Vos écrits d'éthnopsychiatrie sont insostituables.Le livre par Morgenthaler est toujours une lumière qui me guide dans mon travail de psychothérapeute.
Merci.
Licia Filingeri
Merci.
Licia Filingeri
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